Planetarium in Thorn

Das Planetarium befindet sich im Nordwesten der Thorner Altstadt, nur ca. 280 Meter vom Nikolaus-Kopernikus-Denkmal entfernt.  Sie müssen die Altstadt noch nicht mal verlassen, um sich in der Welt der Astronomie umzuschauen und in Thorn, der Stadt des großen Nikolaus Kopernikus, hat ein Planetarium einen besonderen Stellenwert.

Geschichtlicher Überblick

Die Einrichtung wurde am 17. Februar 1994 feierlich in Betrieb genommen. Zwei Tage später, am 521. Geburtstagsjubiläum, wurde der erste öffentliche Film ausgestrahlt. Passend war der Titel des Films „Und sie dreht sich doch“ (A jednak się kręci). 

Am Anfang stand den Gästen nur der Projektionssaal zur Verfügung. Im Laufe der Jahre weitete man das Angebot aus. Am 26. Juni 2005 eröffnete der Saal Orbiatarium, wo man interaktiv mitmachen kann. Schließlich wurde am 22. April 2012 der Saal Geodium eingerichtet.

Planetarium – Projektionssaal

Das Planetarium wurde in einem ehemaligen städtischen Gaswerk installiert. Das Gebäude stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert. Es gab 3 Gebäude dieser Art, wovon 2 schon 1927 abgerißen wurden. Sehr auffällig ist die Decke in Form einer Kuppel mit einem Durchmesser von 15 Metern. Sie können das Gebäude oftmals schon von weitem erkennen. 

Unter dieser Kuppel finden die Projektionen statt.  Dank eines speziellen Filmgerätes können Sie in gemütlichen Sitzen beliebte astronomische Dokumentarfilme bewundern. In der Regel dauern diese 40 Minunten.

Das Filmgerät nennt sich Zeiss RFP II und ist Made in Germany. Schon seit der Inbetriebnahme des Planetarium ist es dabei. Mit seiner Hilfe kann man ein glaubwürdiges Abbild des Sternenhimmels mit seinen 6500 Sternen, welche man mit bloßem Auge sehen kann, projizieren. Das Bild erscheint fulldomed.h. auf der ganzen Fläche der Kuppel. Der Projektor steht in der Mitte des Saals, in welchem sich 189 Sitzplätze befinden. Die Sitze sind natürlich leicht nach hinten gekippt.

Filmvorstellung auf Deutsch und Englisch (Stand: 17.03.2017)

Auf Deutsch kann man folgende Filme sehen:

  • Die Erde – der kopernikanische Planet / poln. Ziemia – planeta Kopernika

Auf Englisch kann man folgende Filme sehen:

  • Auf der Suche nach Leben / poln. W poszukiwaniu zycie
  • Meteoplanet / poln. Meteoplanet
  • Mein Freund Niko / poln. Moj kumpel Niko – Familienfilm
  • Der Sommer unter den Sternen / poln. Lato pod gwiazdami – NUR während der Sommerferien

Es gibt auch je einen Film auf Russisch und Spanisch.

Orbitarium

In der Mitte des Saals befindet sich ein Modell der Cassini-Sonde im Maßstab 1:2. Die Sonde befindet sich in der Umlaufbahn des Saturns. Jenes Projekt der NASA endet womöglich am 15. September 2017 mit dem Eintritt der Sonde in die Saturnatmosphäre. Um das Modell herum befinden sich Steuerungselemente und Informationstafeln über die einzelnen Funktionen der Sonde.

An den Wänden in dem runden Saal stehen interaktive Stände, an denen man Versuche ausführen kann. Die Erläuterungen sind in polnischer wie englischer Sprache. 

Für Kinder mit großem Interesse für Kosmos und Universum ist der Besuch dieses interaktiven Saals sicherlich ein Besuch wert. Doch auch die Erwachsenen finden hier und da ein interessantes Experimentiergerät zum „spielen“.

Will man alle Geräte ausprobieren, wird man dafür ca. 25-35 Minuten benötigen. Der Betreiber des Planetariums hat dafür 40-45 Minuten vorgesehen. Es wird nur eine gewiße Anzahl an Gästen reingelassen, damit sich nicht alle auf die Füße treten. Natürlich kann man auf Anfrage auch früher raus.

Geodium

Die Idee ist dieselbe wie im Orbitarium, nur dass hier die Erde im Mittelpunkt steht – und das nicht nur in thematischer Hinsicht.

Denn in der Mitte des Raums steht tatsächlich eine Weltkugel, die sich um die eigene Achse dreht. Der Durchmesser beträgt 2,15 Meter. Mit Hilfe entsprechender Lichtspiele kann man besser verstehen, warum es 4 Jahreszeiten gibt und wieso nach dem Tag die Nacht einbricht.

Interaktive Stände laden auch hier zum Experimentieren ein. Zusätzlich kann der entdeckungsfreudige Gast eine Kollektion von Steinen und Mineralien bestaunen.

Auch für diesen Saal sieht der Betreiber 40-45 Minuten vor.

Hingehen oder nicht?

Diese Frage ist hier schwierig zu beantworten, weil der Kosmos und das Universum spezifische Themen darstellen. Man muss schon ein wenig Interesse mitbringen.

Doch die Eintrittspreise sind nicht sonderlich hoch, sodass es auf jeden Fall ein Versuch wert ist. Wenn Sie schon nicht die interaktiven Räume besichtigen wollen, so kann man sich zumindest im Projektionssaal einen Dokumentarfilm anschauen.

Empfehlen kann ich das Planetarium auf jeden Fall.

Allgemeine Informationen*

 Wie und Was?  Ausstellung ist komplett überdacht. Aufteilung:

  • Orbitarium
  • Geodium
  • Planetarium (Filmvorstellungen)
 Adresse  ulica Franciszkanska 15-21, 87-100 Torun (Karte)
 Internetseite  www.planetarium.torun.pl – PL+EN+DE+ES+RU – auf  der deutschen Version fehlen viele Einzelheiten wie  z.B. die Öffnungszeiten
 Telefon
  • +48 56 622 60 66 (Kasse)
  • +48 56 622 50 66 (Sekretariat)
 Email  office@planetarium.torun.pl
 Öffnungszeiten Kasse
  • Montags geschlossen
  • Dienstag-Freitag 8:30 – 15:15
  • Samstag 10:45 – 17:00
  • Sonntag 10:45 – 16:30
 Öffnungszeiten Souvenirladen
  • Dienstag-Freitag 9:30 – 13:30
  • Samstag 11:00 – 15:00
 Preise – Orbitarium und  Geodium
  • Normal 9 PLN
  • mit Ermäßigung 7 PLN
  • Samstags, Sonntags und an Feiertagen gelten für alle Ermäßigtenpreise
 PreisePlanetarium
  • Normal 12 PLN
  • Normal in fremdprachiger Version 16 PLN
  • mit Ermäßigung 10 PLN
  • mit Ermäßigung in fremdsprachiger Version 14 PLN
 Besichtigungsdauer  1,5 – 2,5 Stunden
 Stadtführer?  Nein
 Online-Reservierung  www.bilety.planetarium.torun.pl/ – nur auf Polnisch.

  • frühestens 7 Tage im voraus
  • max. 6 Tickets
  • Gruppen: nur telefonische Anfragen
  • Ich kann die Tickets für Sie reservieren – bitte um Kontakt
 Anmerkungen  Hier ist nur Barzahlung möglich!

*Angaben ohne Gewähr

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Veröffentlicht von

Antoni Wladyka

Antoni Wladyka ist seit 2013 lizenzierter Stadtführer in Warschau und Thorn, Deutschlehrer an Privatschulen, Journalist und Hobbyfotograf. Nach seinem Jurastudium an der Universität Bielefeld zog er nach Polen, wo er nun lebt und arbeitet.

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